Einfach machen - Über Freude, Lebendigkeit und den Mut, unperfekt zu sein
- Sandra Lösche

- vor 5 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Manchmal merken wir erst im Tun, dass wir uns selbst im Weg stehen. Weil wir uns Druck machen.
Ich hatte mir vorgenommen, eine Podcastfolge und einen dazugehörigen Blogbeitrag zum Thema Mentoring vorzubereiten. Ein wichtiges Thema, ein wertvolles Thema. Und trotzdem spürte ich, wie es mir schwerfiel, mich wieder an die weitere Vorbereitung zu setzen. Ich war schon 2 volle Tage dran.
Warum es mir so schwerfiel? Nicht aus fehlender Lust heraus, sondern aus einem inneren Anspruch heraus, es „richtig“ und umfänglich vollständig machen zu wollen.
In dem Moment wurde mir klar: Genau das nimmt mir die Freude. Und ohne Freude verliert selbst das wertvollste Thema seine Lebendigkeit.
Wenn Tun wieder leicht wird
Der Gedanke, einfach wieder drauflos zu sprechen - so wie ich es früher gemacht habe - kam ganz leise. Und mit ihm war sie sofort da: Lust. Energie. Lebendigkeit.
Und dann... Kein Lichtcheck. Kein Zeitdruck. Kein perfektes Setting. Einfach hinsetzen und sprechen. Drauf los plaudern. Und drauf los schreiben. Herrlich.
Und genau darin lag eine Befreiung. Nicht nur für mich in diesem speziellen Moment, sondern auch wieder als Haltung gegenüber dem Leben selbst.
Perfektion als stiller Verhinderer
Viele von uns kennen das: Wir wollen etwas teilen, beginnen, verändern und bleiben stecken, weil es noch nicht „rund genug“ ist. Weil wir glauben, erst richtig bereit sein zu müssen.
Was auch immer das überhaupt heissen mag.
Doch das Leben ist nicht perfekt oder "richtig". Entwicklung ist es auch nicht.
Gerade in Zeiten, in denen durch KI alles immer glatter, runder und scheinbar fehlerlos wird, entsteht ein neues Spannungsfeld: Wo bleibt das Menschliche? Wo bleibt das Unfertige, das Echte, das Spürbare?
Ich glaube, genau darin liegt heute eine große Kraft: sich zu erlauben, unperfekt zu sein. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern aus Wahrhaftigkeit.
Entwicklung bedeutet, hinzuschauen, ehrlich zu sein
In dieser spontanen Podcastfolge habe ich auch von persönlichen Herausforderungen gesprochen. Von Zeiten, die mich bewegt haben - mit all den Gefühlen, die dazugehören. Und ja, ich lasse diese Gefühle zu. Ich verdränge sie nicht.
Gleichzeitig ist mir etwas sehr wichtig: immer wieder Abstand zu gewinnen und zu fragen: Was kann ich daraus lernen? Was zeigt sich mir hier? Wo liegt das Geschenk - auch wenn es sich gerade nicht so anfühlt?
Das bedeutet nicht, dass alles schön geredet wird. Es bedeutet, Verantwortung für die eigene Entwicklung zu übernehmen. Mit allem, was dazugehört.
Der Mut, in die eigenen dunklen Ecken zu schauen
Wir sind nicht wirklich darin geschult, uns selbst zu begegnen. Im Gegenteil: Oft lernen wir früh, den Blick nach aussen zu richten. Andere zu bewerten. Schuld und Verantwortung ausserhalb von uns zu suchen.
Sich mit sich selbst zu beschäftigen gilt schnell als Egoismus. Dabei ist es genau das Gegenteil.
Wer sich selbst ernsthaft anschaut - auch dort, wo es unbequem ist - wird freier. Wird bewusster. Und aus diesem Bewusstsein heraus entsteht eine andere Leichtigkeit.
Ich bin überzeugt: Die Welt sähe anders aus, wenn wir uns zuerst um uns selbst kümmern würden. Nicht aus Rückzug, sondern aus einem Bedürfnis nach innerer Klarheit heraus.
Entwicklung darf Freude machen
In meinen Mentorings - im Heartbusiness wie auch in meinem Network Mentoring - geht es genau darum: Menschen darin zu bestärken, hinzuschauen, zu spüren und zu lauschen und sich selbst wieder zu vertrauen. Ihrem Gefühl zu folgen. Sich Unterstützung zu holen, wo es sich stimmig anfühlt. Und dies darf auch freudvoll sein.
Entwicklung muss nicht schwer sein. Tiefe schliesst Freude nicht aus. Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit dürfen nebeneinander existieren.
Leben ist Bewegung. Hochs und Tiefs gehören dazu. Wenn alles stagniert, verlieren wir die Verbindung zur eigenen Lebendigkeit.
Mentoring ist auch eine Herzensentscheidung
Wenn Menschen sich Begleitung suchen, ermutige ich sie immer, ihrem Gefühl zu vertrauen. Nicht dem lautesten Versprechen. Nicht dem perfekten Auftritt. Sondern dem inneren Ja.
Mentoring wirkt dort, wo Resonanz entsteht. Wo Vertrauen spürbar ist. Wo Entwicklung nicht erzwungen wird, sondern wachsen darf. Ganz natürlich. Ohne Druck.
Zum Abschluss
Dieser Text und auch die dazugehörige Podcast-Folge sind eine Einladung. Eine
Einladung, den Druck rauszunehmen. Eine Einladung, einfach wieder anzufangen. Und eine Einladung, sich selbst ernsthaft zu begegnen - mit allem, was da ist.
Vielleicht ist genau das der erste Schritt zurück in die eigene Lebendigkeit.
Herzliche Grüsse
Sandra
Manche Wege gehen sich leichter gemeinsam.
Informationen zu meiner Begleitung findest du hier auf meiner Website.
Ich freue mich auf dich.






