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Warum so vieles im Januar beginnt und dann leise wieder verschwindet

Der Januar trägt eine besondere Spannung in sich. Er verspricht Neubeginn, Klarheit, Aufbruch. Und gleichzeitig erleben viele Menschen genau jetzt eine innere Müdigkeit, ein Zögern, den Wunsch, innehalten.

Es ist ein Hinweis darauf, dass Entwicklung selten so funktioniert, wie wir sie uns vorstellen.


Viele Vorhaben entstehen im Januar aus einem ehrlichen Wunsch heraus. Aus dem Bedürfnis nach Veränderung, nach Ausrichtung, nach einem anderen Gefühl im eigenen Leben. Und doch verlieren sie oft schon nach wenigen Wochen an Kraft.

Nicht, weil Menschen unentschlossen sind. Nicht, weil es ihnen an Disziplin fehlt. Sondern weil alles meist allein aus dem Kopf entsteht und rein verstandesbasierte Klarheit allein nicht trägt.


Ausrichtung ist kein einzelner Moment. Sie ist kein Gedanke, den man einmal fasst und dann automatisch umsetzt. Ausrichtung ist ein Prozess - lebendig, beweglich, manchmal auch widersprüchlich.

Sie entsteht dort, wo wir uns erlauben, immer wieder hinzuschauen. Wo wir nachspüren, ob das, was wir uns vorgenommen haben, noch mit uns in Resonanz ist. Wo wir ehrlich mit uns dem Aussen bleiben; auch dann, wenn sich etwas verändert. Wo wir nachjustieren; wenn nötig.


Was vielen Vorhaben fehlt, ist nicht Motivation. Es fehlt Raum. Raum für Reflexion. Raum für Korrektur. Raum für das Wahrnehmen der eigenen inneren Signale.


Im Alltag gehen diese Räume oft verloren. Zwischen Alltag, Anforderungen, Erwartungen und dem Wunsch, „dranzubleiben“, wird Entwicklung schnell zu etwas, das man alleine bewältigen soll.


Doch vieles trägt sich leichter, wenn es nicht allein gehalten wird. Wenn Gedanken ausgesprochen werden dürfen. Wenn Fragen nicht sofort beantwortet werden müssen. Wenn Orientierung immer wieder entstehen darf.


Der Januar lädt nicht dazu ein, schneller zu werden. Er lädt dazu ein, bewusster zu werden.

Vielleicht geht es in dieser Zeit weniger darum, neue Ziele zu setzen. Und mehr darum, sich selbst wieder zuzuhören. Zu spüren, was bleiben will. Und was sich verabschieden darf.


Lausche deiner inneren Stimme. Folge ihr und finde wohlwollende Menschen, die mit dir gehen.


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